copenhagen — concept
a »visual system« for the city of copenhagen and its inhabitants, is born. initial point of the concept were the questions: who can claim to have the objective view on a city? how is the city now, how was it and how will it be?
different than the most corporate designs for metropolises, which see inhabitants as part of the city. this concept wants them to participate. if inhabitants are meant to accept the visual appearance, places should illustrate reality unlike brands and companies which want an optimising picture of themselves. by interviewing people living in copenhagen several differing and also oppositional point of views appeared. thus the perception differs from a quiet and rather small place, to a loud, criminal and large one. a corporate design for copenhagen should focus on identification and integrate all these point of views.
the danish public demands codetermination in political questions. the menacing closing of the free state christiania or the youth centre ungdomshus cause immediately wide protests of the population. this concept wants codetermination for the visual appearance. by continuous updating of opinions, a direct feedback on social and political developments could be won.
the visual structure is always based on a visible grid. little dots in confined distances represent a democratic level of diverse »point of views«. the logo »co« is the bracket and also the abbreviation of copenhagen and a connection. it always connects two points and has no other regimentation of positioning. inhabitants suggest ideas for current signs and colours which reflect the actual situation of the city. these changing inputs are the visual key. an agile, current and democratic corporate design is the result.
point of view. view of copenhagen. ein »visuelles system« für die stadt kopenhagen und ihre einwohner wird erdacht. anders als viele erscheinungsbilder für metropolen, die kommunizieren wollen, dass man teil der stadt ist, überträgt es den gedanken der teilnahme auf die visuelle darstellung — ein mitmach-erscheinungsbild.
was und wie ist kopenhagen? wie ist mein standpunkt? habe ich die übersicht? wer kann behaupten die objektive sicht auf eine stadt zu haben? wie sieht ein ort jetzt aus, sah er aus und wird er aussehen? anders als ein unternehmen oder ein produkt, das gezielt ein illusorisches, optimierendes bild von sich schaffen will, sollte ein ort nicht die wirklichkeit abbilden? nur was ist wirklichkeit? wirklichkeit hängt von der wahrnehmung ab – vom point of view. es soll kein corporate design übergestülpt sondern eine anleitung zur selbstdarstellung gegeben werden, mit der man sich tatsächlich identifizieren kann.
städteerscheingsbilder sprießen wie pilze aus dem boden und schreiben sich be berlin oder i amsterdam auf die fahnen. was sie gemein haben ist zu kommunizieren, dass man teil der stadt ist. doch kein erscheinungsbild überträgt den gedanken der teilnahme tatsächlich auf die visuelle darstellung. will sich kopenhagen dem wettkampf der metropolen um investoren und firmenansiedlungen stellen, muss es einen schritt vorraus sein und der jetzige standortvorteil von kopenhagen, lebensqualität, weiterhin gewährleistet sein. das dänische volk fordert in politischen fragen mitbestimmung ein, wie zum beispiel bei der abstimmung zur frage des währungswechsels zum euro hin. die drohende schließung des freistaats christiania oder des jugendhauses ungdomshus rufen umgehend breite proteste der bevölkerung hervor. eine bevormundung der einwohner kopenhagens ist nicht möglich. somit scheint ein partizipatorisches erscheinungsbild die lösung.
bestandsaufnahme
kopenhagen, laut einiger umfragewerte, die stadt mit den glücklichsten einwohnern der welt, steuert großen problemen zu. bandenkriege, schießereien, integrationsprobleme und auseinandersetzungen zwischen autonomen und der polizei. die frage stellt sich warum es so eine entwicklung gibt. auch angesichts einer arbeitslosenquote die richtung null tendiert, müssten paradiesische zustände herrschen. die neuen entwicklungen haben ihren ursprung in einer fehlenden emotionalen bindung oder identifikation mit dem ort. das neue erscheingsbild versucht dies durch partizipation oder teilnahme zu lösen. wie das wort teilnahme impliziert, geht es darum teil eines ganzen zu werden.
recherche
bei der recherche und befragung von einigen stadtbewohnern stellte sich heraus, dass die meinungen über die eigene stadt voneinander nicht nur selbstverständlicher weise abweichen sondern sogar gegenpole aufzeigen. so sprechen einige von einem ruhigen, eher kleinem ort, wobei andere die stadt als laut, kriminell und groß empfinden. die wahrnehmung hängt davon ab wo man herkommt, was man bis dahin erlebt hat oder wie die eigene konstitution ist. die erkenntnis, dass die stadt unterschiedlich wahrgenommen wird, dass eine bevormundung nicht sinnvoll scheint, und dass die identifikation gemehrt werden sollte, waren ausgangspunkte für die erstellung des erscheinungsbildes.
raster
die visuelle struktur basiert immer auf einem raster. dieses ist sichtbar und besteht aus kleinen punkten die in gleichmäßigen abständen zueinander stehen. jeder punkt steht inhaltlich für einen standpunkt, »point of view« oder einzelnen einwohner der stadt kopenhagen. durch die gleichmäßigkeit und nicht-betonung soll ein demokratischer zustand dargestellt werden.
das zeichen
co als abkürzung oder kosename für copenhagen steht auch für connection. co als klammer verbindet und hält zusammen. die platzierung ist freigestellt, verbindet aber immer zwei punkte.
die (zeit)zeichen
symbole, zeichen und wörter werden von den einwohnern kontinuierlich vorgeschlagen. diese dienen nebem dem raster und dem logo für das letzte element im corporate design. die zeichen sollen den aktuellen sozialen oder politischen problemen, wünschen oder ängsten gerecht werden. beispiel: im märz 2007 räumte die polizei ein seit 1981 besetztes haus, welches als jugendhaus ein anlaufpunkt für jugend-, musik- und kulturszene im multi-kulti viertel nørrebro war. proteste der autonomen szene in ganz europa und der anwohner halfen nichts. das gebäude wurde abgerissen und die baufläche war auch noch nach zwei jahren ungenutzt. viele fassaden im öffentlichen raum trugen seit da an die vormalige hausnummer 69 des jugendhauses als graffiti. viele zeichen stehen, wie dieses beispiel zeigt, für eine öffentliche meinung. statt einem verschluss der zeichen sollen diese nun in das corporate design der stadt aufgenommen werden. um ein aktuelles und lebendiges zeichensystem zu bekommen, werden die zeichen nach einer gewissen zeit durch aktuelle inputs der einwohner ausgetauscht. die größe der darstellung richtet sich nach anzahl der nennungen.
kampagne
der start in das neue visuelle auftreten der stadt wird begleitet durch eine kampagne. mitmach- aktionen auf der straße und auf plätzen sollen die aufmerksamkeit und beteiligung anregen. so genannte point of view stationen, eine art laterne mit kamera in der vogelperspektive, geben die plattform um botschaften und zeichen zu dokumentieren. diese werden auf der eigenen internetseite veröffentlicht. plätze werden genutzt um masseninszenierungen mit passanten durchzuführen. hierzu wird die kleinste einheit des visuellen systems, der punkt, mit buchstaben versehen und verteilt.
david nagel, 2008
different than the most corporate designs for metropolises, which see inhabitants as part of the city. this concept wants them to participate. if inhabitants are meant to accept the visual appearance, places should illustrate reality unlike brands and companies which want an optimising picture of themselves. by interviewing people living in copenhagen several differing and also oppositional point of views appeared. thus the perception differs from a quiet and rather small place, to a loud, criminal and large one. a corporate design for copenhagen should focus on identification and integrate all these point of views.
the danish public demands codetermination in political questions. the menacing closing of the free state christiania or the youth centre ungdomshus cause immediately wide protests of the population. this concept wants codetermination for the visual appearance. by continuous updating of opinions, a direct feedback on social and political developments could be won.
the visual structure is always based on a visible grid. little dots in confined distances represent a democratic level of diverse »point of views«. the logo »co« is the bracket and also the abbreviation of copenhagen and a connection. it always connects two points and has no other regimentation of positioning. inhabitants suggest ideas for current signs and colours which reflect the actual situation of the city. these changing inputs are the visual key. an agile, current and democratic corporate design is the result.
point of view. view of copenhagen. ein »visuelles system« für die stadt kopenhagen und ihre einwohner wird erdacht. anders als viele erscheinungsbilder für metropolen, die kommunizieren wollen, dass man teil der stadt ist, überträgt es den gedanken der teilnahme auf die visuelle darstellung — ein mitmach-erscheinungsbild.
was und wie ist kopenhagen? wie ist mein standpunkt? habe ich die übersicht? wer kann behaupten die objektive sicht auf eine stadt zu haben? wie sieht ein ort jetzt aus, sah er aus und wird er aussehen? anders als ein unternehmen oder ein produkt, das gezielt ein illusorisches, optimierendes bild von sich schaffen will, sollte ein ort nicht die wirklichkeit abbilden? nur was ist wirklichkeit? wirklichkeit hängt von der wahrnehmung ab – vom point of view. es soll kein corporate design übergestülpt sondern eine anleitung zur selbstdarstellung gegeben werden, mit der man sich tatsächlich identifizieren kann.
städteerscheingsbilder sprießen wie pilze aus dem boden und schreiben sich be berlin oder i amsterdam auf die fahnen. was sie gemein haben ist zu kommunizieren, dass man teil der stadt ist. doch kein erscheinungsbild überträgt den gedanken der teilnahme tatsächlich auf die visuelle darstellung. will sich kopenhagen dem wettkampf der metropolen um investoren und firmenansiedlungen stellen, muss es einen schritt vorraus sein und der jetzige standortvorteil von kopenhagen, lebensqualität, weiterhin gewährleistet sein. das dänische volk fordert in politischen fragen mitbestimmung ein, wie zum beispiel bei der abstimmung zur frage des währungswechsels zum euro hin. die drohende schließung des freistaats christiania oder des jugendhauses ungdomshus rufen umgehend breite proteste der bevölkerung hervor. eine bevormundung der einwohner kopenhagens ist nicht möglich. somit scheint ein partizipatorisches erscheinungsbild die lösung.
bestandsaufnahme
kopenhagen, laut einiger umfragewerte, die stadt mit den glücklichsten einwohnern der welt, steuert großen problemen zu. bandenkriege, schießereien, integrationsprobleme und auseinandersetzungen zwischen autonomen und der polizei. die frage stellt sich warum es so eine entwicklung gibt. auch angesichts einer arbeitslosenquote die richtung null tendiert, müssten paradiesische zustände herrschen. die neuen entwicklungen haben ihren ursprung in einer fehlenden emotionalen bindung oder identifikation mit dem ort. das neue erscheingsbild versucht dies durch partizipation oder teilnahme zu lösen. wie das wort teilnahme impliziert, geht es darum teil eines ganzen zu werden.
recherche
bei der recherche und befragung von einigen stadtbewohnern stellte sich heraus, dass die meinungen über die eigene stadt voneinander nicht nur selbstverständlicher weise abweichen sondern sogar gegenpole aufzeigen. so sprechen einige von einem ruhigen, eher kleinem ort, wobei andere die stadt als laut, kriminell und groß empfinden. die wahrnehmung hängt davon ab wo man herkommt, was man bis dahin erlebt hat oder wie die eigene konstitution ist. die erkenntnis, dass die stadt unterschiedlich wahrgenommen wird, dass eine bevormundung nicht sinnvoll scheint, und dass die identifikation gemehrt werden sollte, waren ausgangspunkte für die erstellung des erscheinungsbildes.
raster
die visuelle struktur basiert immer auf einem raster. dieses ist sichtbar und besteht aus kleinen punkten die in gleichmäßigen abständen zueinander stehen. jeder punkt steht inhaltlich für einen standpunkt, »point of view« oder einzelnen einwohner der stadt kopenhagen. durch die gleichmäßigkeit und nicht-betonung soll ein demokratischer zustand dargestellt werden.
das zeichen
co als abkürzung oder kosename für copenhagen steht auch für connection. co als klammer verbindet und hält zusammen. die platzierung ist freigestellt, verbindet aber immer zwei punkte.
die (zeit)zeichen
symbole, zeichen und wörter werden von den einwohnern kontinuierlich vorgeschlagen. diese dienen nebem dem raster und dem logo für das letzte element im corporate design. die zeichen sollen den aktuellen sozialen oder politischen problemen, wünschen oder ängsten gerecht werden. beispiel: im märz 2007 räumte die polizei ein seit 1981 besetztes haus, welches als jugendhaus ein anlaufpunkt für jugend-, musik- und kulturszene im multi-kulti viertel nørrebro war. proteste der autonomen szene in ganz europa und der anwohner halfen nichts. das gebäude wurde abgerissen und die baufläche war auch noch nach zwei jahren ungenutzt. viele fassaden im öffentlichen raum trugen seit da an die vormalige hausnummer 69 des jugendhauses als graffiti. viele zeichen stehen, wie dieses beispiel zeigt, für eine öffentliche meinung. statt einem verschluss der zeichen sollen diese nun in das corporate design der stadt aufgenommen werden. um ein aktuelles und lebendiges zeichensystem zu bekommen, werden die zeichen nach einer gewissen zeit durch aktuelle inputs der einwohner ausgetauscht. die größe der darstellung richtet sich nach anzahl der nennungen.
kampagne
der start in das neue visuelle auftreten der stadt wird begleitet durch eine kampagne. mitmach- aktionen auf der straße und auf plätzen sollen die aufmerksamkeit und beteiligung anregen. so genannte point of view stationen, eine art laterne mit kamera in der vogelperspektive, geben die plattform um botschaften und zeichen zu dokumentieren. diese werden auf der eigenen internetseite veröffentlicht. plätze werden genutzt um masseninszenierungen mit passanten durchzuführen. hierzu wird die kleinste einheit des visuellen systems, der punkt, mit buchstaben versehen und verteilt.
david nagel, 2008